Namibia 2017

Meine sechste Afrika-Reise (wieder über Umfulana gebucht) ging nach Namibia – fast auf den Tag genau 11 Jahre nach dem ersten Besuch. Diesesmal waren wir zu viert unterwegs – die Schwester meines Freundes und ihr Lebensgefährte waren noch dabei. Wir haben uns fast ausschließlich auf den Norden konzentriert und fast immer 2 Nächte an einem Ort verbracht. In Namibia war gerade Winter – für uns eine ganz angenehme Jahreszeit 🙂 Auch dieser Reisebericht erfolgt in Tagebuch-Form. Achtung – wieder viel Text!

20.05.2017 Um 14:30 Uhr sind wir bei uns Richtung Frankfurt losgefahren. Das Auto parkten wir wieder bei Parkfuchs24 und wurden mit dem Shuttle zum Flughafen gefahren. Beim Sicherheitscheck wurde ich allen ernstes gefragt, ob Ronnie Rhino ein Einhorn wäre – Hallo? Jeder weiß doch, dass Einhörner ihr Horn auf dem Kopf haben, nicht auf der Nase. Ronnie ist ein waschechtes Nashorn! Um 20:10 Uhr ging der Flieger von Air Namibia (SW286) nach Windhoek. Wie immer dabei Filme angeschaut und etwas gedöst. Das Personal war sehr nett, der Service hat gepasst und das Essen war auch ok.

21.05.2017 Um 5:20 Uhr sind wir bei 3 Grad in Windhoek gelandet. Als wir übers Rollfeld zum Gebäude liefen, war der ganze Boden voll mit Heuschrecken. Wir wurden fotografiert, mussten durch die Passkontrolle und dann zur Gepäckausgabe. Die Koffer waren schon da und somit ging es schnurstracks zu AVIS, wo wir noch kurz die Formalitäten erledigen mussten, bevor wir auf der anderen Straßenseite unser Auto in Empfang nehmen konnten. Diesesmal hatten wir einen Nissan X-Trail. Nach einem kurzen Sicherheitsvideo ging es auch schon los nach Windhoek. Wir sind etwas rumgefahren und um 8 Uhr in einem Supermarkt einkaufen gewesen. Dann ging es zum Tamboti Guesthouse (in dem ich bereits 2006 gewesen bin) und haben die Schwester meines Freundes mit ihrem Freund abgeholt. Dann waren wir bei Bwana Tucke Tucke und haben ein super Frühstück von Manuela bekommen. Es gab Brötchen, Käse, Wurst, Eier, Gurke, Tomaten, Marmelade, Kaffee,… alles was man sich wünscht war reichlich vorhanden. Um 10 Uhr kam unser Fahrer und hat mit uns eine Stadtrundfahrt gemacht. Er war sehr nett und hat uns alles sehr gut erklärt. Wir waren bei der Christuskirche, der „Kaffeemühle“ (Unabhängigkeitsmuseum), dem Parlament, dem Präsidentenpalast, auf einem Aussichtshügel und in Katutura. Gegen 14 Uhr waren wir zurück und fuhren zur Unterkunft. Nach dem Checkin haben wir erstmal ein Savannah getrunken und uns 1,5 Std. aufs Ohr gehauen. Um 17:15 Uhr wurden wir abgeholt (auch von Bwana) und zu Joes Beerhouse gefahren. Das ist um einiges gewachsen, seit ich 2007 das letzte mal dort war. Für mich gab es ein Bushman Namib (Kudu, Springbock + Oryx) und als Nachtisch Malva Pudding – war lecker. Um 20 Uhr wurden wir wieder abgeholt und zur Unterkunft gebracht, wo wir direkt ins Bett gingen und eingeschlafen sind. Heute hatten wir ca. 22 Grad und sind ca. 61 km gefahren.

(Temperaturangaben: die Temperatur bei Tagesbeginn und die Tageshöchsttemperatur).

22.05.17 Nach dem Frühstück haben wir den Zimmerschlüssel abgegeben und fuhren über Rehobot und Klein Aub nach Sossusvlei. Unterwegs haben wir Paviane, Strauße und Springböcke gesehen. In Solitaire haben wir Wasser gekauft und getankt. In Sesriem haben wir dann ein Permit gekauft (340 N$) und fuhren zuerst zum Sesriem Canyon. Vom Parkplatz sieht das unscheinbar aus, auf der rechten Seite geht ein Trampelpfad runter. Dort war es schön kühl und ruhig – wir waren das einzige Auto als wir los gingen. An einer Stelle sieht man, wie hoch das Wasser mal stand – es hatte sich Treibholz verklemmt. Als wir zurück kamen, war der Parkplatz um einiges voller. Dann ging es zur Sossus Dune Lodge. Wir haben unser Auto geparkt und wurden von einem Angestellten nach oben gefahren. Nach einem kurzen Checkin ging es zu unserem Chalet Nr. 21. Wir haben ausgepackt und sind um ca. 16 Uhr zur Elim-Düne (ca. 120 Meter hoch) gefahren. Das Hochlaufen war sehr anstrengend, aber die Aussicht entschädigt einen dafür wieder. Beim runter laufen auf der Seite haben wir 6-8 Oryxe gesehen, denen wir sehr nahe gekommen sind. Wir waren passend zurück, um auf unserer Terrasse mit einem Savannah den Sonnenuntergang zu genießen. Danach haben wir geduscht und es ging zum Abendessen, welches lecker war. Der Sternenhimmel in der Wüste ist der Hammer, so klar und deutlich – die Milchstraße ist sehr hell, sogar ich habe das Seefahrersternenbild entdecken können! Heute hatten wir 32 Grad und sind ca. 370 km gefahren.

23.05.17 Wir sind um 4:35 Uhr aufgestanden, nachdem wir schon vorher durch die anderen Gäste geweckt wurden (das Laufen auf den Holzstegen ist nicht zu überhören). Wir bekamen unser Frühstückspaket (welches wir am Vorabend bestellt hatten) und sind kurz nach 5 runter zum Auto gebracht worden. Um ca. 5:20 ging es rauf auf die Düne 45 (ca. 170 Meter hoch), es war noch nicht ganz hell und der Aufstieg war sehr anstrengend – aber er hat sich gelohnt, wir waren als erstes oben 😉 Danach haben wir etwas gegessen und fuhren mit dem Shuttle weiter zu Big Daddy (ca. 350 Meter hoch). Diese Düne sind wir nur ¾ hoch gelaufen, ich konnte nicht mehr. Runter ging es auf der anderen Seite direkt ins Death Vlei. Mit dem Shuttle (150 N$ p.P.) ging es erst noch zum Sossusvlei und dann zurück zum Parkplatz und haben unser restliches Frühstück gegessen. Heute haben wir Strauße und Oryxe gesehen. Eigentlich wollten wir noch ins Hidden Vlei, aber es war uns zu anstrengend und so haben wir abgebrochen und fuhren langsam zur Unterkunft zurück, wo wir gegen 11 Uhr ankamen. Erst gab es auf der Terrasse ein Savannah, dann haben wir uns aufs Ohr gehauen, bevor es zum Sundowner nochmal ein Savannah auf der Terrasse gab 🙂 Ab der Dämmerung benötigt man dort auf jeden Fall Mückenspray! Heute waren wir ziemlich fertig, deshalb gingen wir direkt nach dem Abendessen ins Bett. Temperatur 17-32 Grad, ca. 130 km gefahren.

24.05.17 Wir sind vor dem Wecker aufgewacht und haben den Sonnenaufgang vom Bett durch die riesen Fensterfront angeschaut – einfach toll! Nach dem Frühstück ging es um 8:15 Uhr los. Die Fahrt ging durch den Namib Naukluft Park, ansonsten war es sehr öde mit wenig Verkehr und viel Schotter – wie halt Namibia so ist 🙂 Unterwegs haben wir Pferde, Oryxe, Springböcke (oder Impalas) und Strauße gesehen. Um 13 Uhr waren wir in Swakopmund, wo wir erst getankt, Geld geholt und etwas eingekauft haben. Dann ging es ins Organic Square Guesthouse zum einchecken. Danach spazierten wir an der Promenade entlang, vorbei am Café Anton, die Hauptstraße entlang und haben dann bei „Die Muschel Book & Art Shop“ was getrunken. Es gab dort auch kostenloses WiFi. Dort ist so ein kleiner Platz mit lauter kleinen Läden, der mir schon 2006 sehr gut gefallen hat. Danach haben wir auf unserer Terrasse was getrunken, geduscht und sind zum The Tug gelaufen. Ich hatte den Tisch schon aus Deutschland reserviert, damit wir ganz hinten an der Fensterfront sitzen konnten, was auch geklappt hat. Das Essen war lecker und reichlich und das Personal sehr freundlich. Aber es war sehr laut, man musste echt laut sprechen, um sich zu verständigen. Wir haben 1300 N$ inkl. Trinkgeld für 4 Personen bezahlt. Temperatur 19-33 Grad, ca. 364 km gefahren.

25.05.17 Um 7 Uhr sind wir aufgestanden und haben gefrühstückt. Um kurz nach 8 wurden wir von Laramon-Tours zu unserer Bootstour in Walvis Bay abgeholt. Die Fahrt ging über die Küstenstraße, wo sehr viel gebaut wird/wurde seit meinem letzten Besuch. Nach einer kurzen Einweisung mit Sherry ging es gegen 9 Uhr los. Unsere Guides hießen Johan und Jackson. Schon nach kurzer Zeit hatten wir Besuch von einem Seehund, der an Bord kam, danach kamen die Pelikane. Wir fuhren Richtung Leuchtturm zu den Robben und sahen unterwegs noch 3 Delfine. Die Robben sind ganz schön laut, wie die Ziegen 🙂 Danach gab es Fingerfood, Austern und Sekt, bevor die Fahrt langsam zurück ging. Ein Pelikan kam uns auch noch mal auf dem Boot besuchen und ein Seehund schwamm im Fahrwasser. Wir waren gegen 12:30 Uhr zurück und haben pro Person 700 N$ bezahlt). Wir wurden zur Unterkunft gefahren und haben erstmal all unsere Akkus geladen, Bilder aufs Tablet übertragen und etwas relaxed. Um 14:30 Uhr wurden wir von Marius Bekker zu unserer Wüstentour abgeholt. Die war super, sehr interessant und Marius hat es echt toll gemacht. Zuerst sahen wir die „tanzende Eidechse“, dann das Namaqua-Chamäleon, einen fast durchsichtigen Wüstengecko, einen Skorpion, Vögel und verschieden Käfer. Danach gab es noch eine rasante Fahrt über die Dünen und von der höchsten Düne (114 Meter) aus haben wir den Sonnenuntergang beobachtet. Wir haben pro Person 850 N$ inkl. Getränke bezahlt und Marius hat deutsch gesprochen (es war ein Deutsch/Englisch-Mix 🙂 ). Es wehte ein kalter Ostwind, weshalb ich meine dicke Jacke in der Wüste benötigte 🙂 Gegen 18 Uhr waren wir in der Unterkunft und haben geduscht, bevor wir um kurz vor 19 Uhr zu Jetty 1905 gelaufen sind. Auch hier hatte ich den Tisch von Deutschland aus reserviert, was super geklappt hat. Wir hatten einen Tisch ganz hinten rechts im Eck mit direktem Blick aufs Meer. Die Inneneinrichtung ist toll, die Kellner waren super freundlich und es war nicht so extrem laut wie im The Tug. Allerdings war das Essen im The Tug besser. Wir haben 1700 N$ inkl. Trinkgeld für 4 Personen bezahlt. Temperatur ca. 28 Grad.

Die Bootstour und die Wüstentour habe ich von Deutschland aus über Close-Up Africa Safaris gebucht, was super geklappt hat!

26.05.17 Wir sind um 8 Uhr aufgestanden, gefrühstückt und fuhren um 9:30 Uhr los. Da wir genügend Zeit hatten, haben wir einen kurzen Abstecher zur Spitzkoppe gemacht. War ganz nett, aber für uns kein Muss – so hat man es halt mal gesehen. Um kurz nach 14 Uhr sind wir bei der Onduruquea Guestfarm in Omaruru angekommen. Um 15 Uhr gabs erstmal Kaffee und Kuchen, wo wir uns nett unterhalten haben. Danach haben wir was getrunken und geduscht, bevor man sich um 19 Uhr an der Feuerstelle mit allen Gästen getroffen hat. Es gab Getränke und dann wurde Fleisch gegrillt. Gegessen wurde drin, es war sehr lecker. Danach haben wir am Wasserloch noch was getrunken, aber wir sahen nur Gnus, ein Oryx und einen Hasen. Temperatur 16-33 Grad, ca. 322 km gefahren.

27.05.17 Um 7 Uhr sind wir aufgestanden, am Wasserloch waren nur ein paar Impalas. Nach dem Frühstück sind wir um 8:10 Uhr losgefahren. In Outjo haben wir getankt. Unterwegs sahen wir 1 Kudu, 2 Warzenschweine und eine Vogelmama mit 2 Küken auf der Straße. Um kurz nach 11 Uhr waren wir am Anderson Gate im Etosha Nationalpark. Wir haben 680 N$ für 4 Tage, 2 Personen und 1 Auto bezahlt. Direkt nach der Einfahrt in den Park sahen wir Zebras, Impalas, Strauße und einen Elefanten. Am Wasserloch Ombika haben wir nichts gesehen. Um 12:45 Uhr waren wir bei Olifantsbad, wo wir 108 Elefanten auf einmal sahen! Wahnsinn! Weiter ging es nach Aus, dort sahen wir aber nur 1 Kudu und Springböcke. Also wieder zurück nach Olifantsbad und Elefanten beobachtet. Beim Picknick-Bereich sind wir kurz aufs Klo und fuhren dann nach Okaukuejo, wo wir eingecheckt haben. Um 15 Uhr waren wir wieder unterwegs nach Wolfsnes, wo wir Gnus, Zebras und Impalas gesehen haben. Zwischen Wolfsnes und Okondeka (ca. 500 Meter vorher rechts) sahen wir unsere ersten Löwen – 2 Weibchen, 2 Junge und 1 Männchen. Sie lagen im Schatten in den Büschen, man sah sie sehr schwer. An Okondeka vorbei lagen dann auf der rechten Seite ca. 7 Löwen an den Büschen auf einer leichten Anhöhe. Wir fuhren dann langsam zurück und sahen ca. 8 km vor dem Camp 2 Hyänen und etwas entfernt ein paar Schakale. Wir waren ca. um 17:15 Uhr zurück im Camp, sind mit einem Sundowner zum Wasserloch, haben danach geduscht, Bilder geschaut und sind um 19:30 Uhr zum Essen. Danach ging es mit einem Getränk ans Wasserloch, wo wir einen Elefanten und ein Nashorn beobachten konnten. Temperatur 13-33 Grad, ca. 432 km gefahren.

28.05.17 Wir sind um 5:50 Uhr aufgestanden, waren frühstücken und sind um 6:35 Uhr losgefahren. Zuerst haben wir 3 Hyänen gesehen, die etwas gefressen haben. Hinter Okondeka haben wir gegen 7 Uhr wieder die Löwen gesehen. Danach ging es Richtung Leeubron, dort sahen wir 1 Schakal. Zwischen den Wasserlöchern sieht man natürlich immer wieder Impalas, Zebras, Gnus und Oryxe. Richtung Gaseb sahen gegen 8:35 Uhr 5 Giraffen. Danach sahen wir ewig lang kein einziges Tier mehr. Bei Charitsaub hatten wir wieder Glück und sahen gegen 11:30 Uhr 4 weibliche Löwen und 2 Männchen. Bei Salvadora hatten wir wieder einen Schakal. Bei Rietfontein sahen wir viele Zebras und Impalas, 3 Oryxe, 2 Kudus und einen großen Vogel (müsste eine Riesentrappe gewesen sein). In Halali machten wir eine WC-Pause und gönnten uns ein Eis. Um 13.35 Uhr waren wir nochmal in Charitsaub und sahen noch 3 Löwen. Wir fuhren nochmal Richtung Okondeka, sahen aber keine Löwen mehr. Ansonsten sahen wir noch Erdhörnchen, Mangusten und die üblichen Verdächtigen. Teilweise fuhren wir auch 20 km komplett ohne Tiersichtung. Um 16:30 Uhr waren wir im Camp, haben am Wasserloch was getrunken und uns dann fürs Abendessen um 19:30 Uhr fertig gemacht. Temperatur 13-33 Grad, ca. 350 km gefahren.

29.05.17 Wir sind um kurz vor 6 Uhr aufgestanden, waren frühstücken und sind nach dem Checkout um 6:45 Uhr losgefahren. Der Tag fing nicht so gut an. Um 9:30 Uhr hatten wir viele Wasserlöcher angefahren, aber überall war tote Hose. Wir sahen nur die üblichen Verdächtigen: Strauße, Zebras, Giraffen, Gnus, Impalas oder Springböcke und Mangusten. In Goas hatten wir noch 1 Kudu. Richtung Okerfontein sahen wir erst ca. 15 Geier und danach 10 Giraffen. In Kalkheuwel hatten wir gegen 11:35 Uhr viele Zebras, Strauße, Springböcke, Impalas und viele Vögel. Gegen 12 Uhr hatten wir Nähe Chudop einen männlichen Löwen.In Chudop sahen wir um 12:15 Uhr viele Gnus, Zebras, Impalas, über 20 Giraffen und 1 Oryx. Gegen 13 Uhr sind wir in Namutoni angekommen und haben eingecheckt. Wir haben unser Gepäck ins Zimmer gebracht und fuhren nochmal los. Bei Klein-Namutoni hatten wir 7 Giraffen, eine Herde Kudus, Warzenschweine und Böckchen. Um 15:45 Uhr waren wir nochmal in Chudop und sahen Böckchen, Gnus und 14 Giraffen. In Kalkheuwel hatten wir um 16:15 Uhr 7 Elefanten, 1 Nashorn (leider ohne Horn) und Zebras. Danach tranken wir am Camp-eigenen Wasserloch den obligatorischen Sundowner, haben geduscht und waren um 18 Uhr Essen. Das Essen war um einiges besser als in Okaukuejo. Es war auch kein Buffet, sondern ála Card. Temperatur 12-31 Grad, ca. 323 km gefahren.

30.05.17 Wir sind um 6 Uhr aufgestanden. Leider gab es kein Wasser, eine Leitung war defekt. Zum Glück hatten wir unsere 5 Liter Kanister Wasser. Nach dem Frühstück fuhren wir um 7:00 Uhr los. Kurz vor Twee Palms sahen wir 6 Schakale, die ein Oryx gefressen haben. Auf der Straße nach Andoni hatten wir erst eine Giraffe und kurze Zeit später um 8:45 Uhr machte Ralf fast ne Vollbremsung. „Da!“ Ich dann: „was ist da, ich seh nix“. Ralf: „Ein Leopard!“ Ich wieder: „Wo, ich seh nix…“ Und dann sah ich ihn – ein Leopard saß direkt am Straßenrand im hohen Gras – boah, ich dreh durch! Er hat uns direkt angeschaut und ist dann hinter dem Auto hergelaufen und dann auf der anderen Straßenseite im Gras verschwunden. Ich hatte so Herzklopfen, endlich einen Leoparden in freier Wildbahn – das ist soooo toll! Das ganze dauerte vielleicht 1-2 Minuten – und wir hatten ihn ganz für uns alleine. Kurz danach hatten wir noch einen Elefanten im Gebüsch und ein paar Warzenschweine im Gras. Um 10:30 Uhr waren wir in Chudop und sahen ein paar Gnus, 1 Schakal, 1 Oryx und ein paar Böckchen. Auf der Straße nach Ngobib hatten wir 1 Elefant am Straßenrand. Gegen 12:00 Uhr hatten wir auf der Straße nach Batia einen männlichen Löwen, der da gemütlich durchs Gras lief. Die Straße nach Noniams ist einem katastrophalen Zustand und am Wasserloch war dann tote Hose. Gegen 13:50 Uhr sahen wir zwischen dem Etosha-Lookout und Spingbockfontein am Straßenrand ein Nashorn beim Fressen – es war so nah, dass man es sogar schmatzen hörte 🙂 Kurz vor Kalkheuwel hatten wir einen einzelnen Elefanten und am Wasserloch selbst gegen 14:45 Uhr dann ca. 30 Elefanten, Zebras und Springböcke. Um 15:20 Uhr waren wir wieder in Chudop und hatten Gnus, Böckchen, viele Giraffen und Zebras. In Klein-Namutoni waren wir um 16:30 Uhr und sahen 2 Elefanten, 1 Nashorn, 5 Giraffen und Böckchen. Auf der Straße dorthin sahen wir erst 3 Damara Dik-Diks ganz für uns alleine und dann nochmal ein einzelnes, welchse von mehreren Autos und einem Bus beobachtet wurde. Gegen 16:50 Uhr waren wir dann im Camp zurück und es zogen 5 Giraffen vorbei. Wieso ist es für manche Leute so schwer, Schilder zu lesen? Wenn da steht „Silence Please“ – wieso muss ich mich lautstark mit anderen Gästen am Wasserloch unterhalten? Und dann wird man noch doof angemacht, man könne es freundlicher sagen und müsse nicht den Kopf schütteln… Doch, muss ich und doch, ich sage dann sehr wohl: Können Sie bitte ruhig sein? Da vorne hängen Schilder…. Das muss ich nicht freundlich sagen, wenn überall um Ruhe gebeten wird… Danach gabs dann Abendessen und wir waren wieder früh im Bett. Temperatur 12-31 Grad, ca. 366 km gefahren.

31.05.17 Wir sind um 6 Uhr aufgestanden, waren frühstücken und sind nach dem Checkout um 7:00 Uhr losgefahren. Zuerst waren wir in Klein-Namutoni, da war aber nix los. Dann sind wir Richtung Twee Palms gefahren und haben ca. 5 km hinter dem Camp tatsächlich gegen 7:15 Uhr 2 Geparden gesehen, für bestimmt 20 Minuten! Sie waren zwar etwas weiter weg, aber trotzdem einfach der Hammer! Zuerst der Schock – meine Speicherkarte hat nicht mehr funktioniert – nach dem Übertragen aufs Tablet am vorherigen Abend bin ich wohl irgendwie an den Schieber gekommen und hab die Karte gesperrt – konnte dann aber schnell behoben werden. Aber da ist mir echt kurz der Puls hoch…. Safari heißt vor allem viel im Auto sitzen, stundenlanges fahren ohne etwas zu sehen (außer den üblichen Verdächtigen) oder auch mal komplett tierfrei zu sein. Es gibt nur Büsche und endlose Weite. Aber wenn man einen Leoparden, Geparden, Löwen, Elefanten oder Nashorn sieht – Wow. Das entschädigt für alles und das macht eine Safari ja auch aus. In Chudop war auch nix los. Also zurück ins Camp, kurz auf die Toilette und gegen 8:20 Uhr dann auf den Weg gemacht und beim Von Lindequist Gate aus dem Park gefahren. Kurz hinter Otavi hatten wir eine Polizeikontrolle mit einer sehr netten Polizistin. Sie war etwas verwundert, dass wir den Motor ausmachten. Sie wollte den Führerschein sehen, fragte dann nach dem Internationalen. Ralf wollte aussteigen, weil der in der Tasche im Kofferraum war, da meinte sie, wir könnten weiterfahren. Dann haben wir uns etwas verfahren, weil das Navi eine Abkürzung fahren wollte. Aber so sahen wir wenigstens viele Warzenschweine und fuhren viele rote Sandpisten – unser Auto sah super aus 🙂 Um 12:30 Uhr sind wir bei CCF (Cheetah Conservation Fund) in der Nähe von Otjiwarongo angekommen. Im Shop hab ich mir ein T-Shirt gekauft, dann haben wir das Info-Video gezeigt bekommen und danach liefen wir noch durch das Aufklärungscenter und Museum und hatten dann den ersten Teil unseres Cheetah Drives. Es ging durch das Gehege der weiblichen Geparden, und wir haben direkt 3 davon selbst entdeckt. Sie lagen total relaxed im Gras und haben sich nicht stören lassen. Dann ging es raus zum Cheetah Feeding – das ist schon ein Erlebnis, denen zuzuschauen und ich hab das erste mal einen Geparden kotzen sehen 🙂 Wie daheim die Katzen – Essen schlingen und zack kommts wieder hoch… Danach ging es zum Gehege der männlichen Geparde – auch da haben wir 3 entdeckt, die im Gras entspannt haben. Danach nochmal kurz bei den Damen vorbei und dann zum Gehege der Hunde. Das ist eine Hunderasse aus der Türkei, die bei CCF gezüchtet wird und zum Preis von 1000 N$ an die Farmer verkauft werden. Diese Hunde verteidigen die Ziegen vor den Geparden und dadurch geht die Zahl der gerissenen Tiere um einiges zurück. Im Moment gibt es eine Warteliste von 200 Farmern, die einen solchen Hund möchten. Als wir da waren, gab es gerade 6 Welpen, die 7 Wochen alt waren – einfach goldig. Der Besuch bei CCF war sehr informativ und hat sich gelohnt. Es hat sich bis auf die Ziegen und Hunde aber nicht verändert seit meinem letzten Besuch 2006. Wir hatten Glück, dass Gäste von unserer nächsten Unterkunft bei CCF waren – so durften wir die Abkürzung hinterher fahren – das waren dann nur 28 km statt über 100km aussenrum. Um ca. 17:30 Uhr sind wir dann bei der Waterberg Guest Farm angekommen. Nach dem Check-in gab es einen kurzen Info-Rundgang und wurden dann aufs Zimmer gebracht. Wir haben geduscht und dann ging es zum Sundowner ans Lagerfeuer, bis um 19 Uhr die Trommeln verkündet haben, dass das Abendessen fertig war. Temperatur 14-25 Grad, ca. 443 km gefahren.

01.06.17 Wir sind um 8 Uhr aufgestanden und haben in Ruhe gefrühstückt. Um 9:00 Uhr haben wir unsere Wanderung auf den kleinen Waterberg gestartet. Der Weg beginnt direkt an der Lodge hinter dem Parkplatz. Teilweise war der Weg sehr anstrengend, da es sehr steil war und man über große Felsbrocken klettern muss. Wir kamen ganz gut ins Schwitzen. Aber von oben hat man eine schöne Aussicht. Wir saßen eine Weile oben und haben uns dann wieder an den Abstieg gemacht und ich hab sogar einen Klippschliefer entdeckt. Insgesamt waren wir knapp 3 Stunden unterwegs. Als wir bei der Lodge angekommen sind, haben wir gesehen, dass unser Auto gewaschen war – das nenn ich mal Service 🙂 Ansonsten haben wir den ganzen Nachmittag am Pool relaxed und mit Gin Tonic und Savannah die Sonne genossen und gelesen. Ralf war sogar im Pool, was die Angestellten gar nicht verstanden haben -sie haben sich totgelacht über die verrückten Touris, die im Winter in den Pool springen 🙂 Ab und zu bekamen wir Kontrollbesuche von Mia und Oscar, den Lodge-Hunden. Nach dem Duschen saßen wir wieder am Lagerfeuer und warteten auf die Trommeln. Nach dem Essen sind wir gegen 21 Uhr aufs Zimmer. Temperatur ca. 25 Grad

02.06.17 Um 7:00 Uhr sind wir aufgestanden, haben gefrühstückt, das Gepäck ins Auto gebracht, ausgecheckt und gegen 8:30 Uhr sind wir losgefahren. Zuerst sind wir zum Waterberg Plateau Park gefahren. Wir haben 170 N$ bezahlt (80 pro Person und 10 fürs Auto) und fuhren dann bis zu den Bungalows hoch. Wir haben hoch auf das Plateau ca. 26 Minuten benötigt, angegeben waren 40 Minuten. Der Weg ist nicht ganz so anstrengend wie der gestern auf den kleinen Waterberg, aber er hat auch viel weniger Höhenmeter. Mit kurzer Pause oben und immer wieder stoppen zwecks Fotografieren waren wir nach 1 Stunden und 10 Minuten wieder am Auto. Auf dem Weg haben wir auch ganz viele Klippschliefer (Dassies) gesehen – die sind so putzig! Dann ging die Fahrt weiter zu AfriCat nach Okonjima, wo wir gegen 12 Uhr angekommen sind. Am Sicherheitscheck gab es erstmal ein Durcheinander, aber das hat sich oben im Plain Camp alles geklärt. Es gab erstmal einen Willkommensdrink und danach ein paar Erklärungen und Infos. Auch die verschiedenen Aktivitäten wurden erklärt. Dann gings zum Zimmer – wir hatten ein Standardzimmer – wow, was für ne Hütte! Erstmal auf der Terrasse mit Blick auf eine Gruppe Oryxe ein Savannah genossen. Um 15 Uhr gings ins Restaurant vor, wo es Kaffee, Kuchen und Obst gab. Um 15:30 Uhr ging es los mit der Geparden-Tour (680 N$ p.P.) für die wir uns angemeldet hatten. Wir sind lange rumgefahren und haben das Piepsen der Peilsender gehört. Irgendwann sind wir ausgestiegen und haben uns zu Fuß den 2 Geparden genähert, die faul im Flußbett lagen. Die haben sich überhaupt nicht an uns gestört. Danach gab es einen Sundowner (wir wurden vorab gefragt wer was haben möchte) und gegen 18:30 Uhr waren wir im Camp zurück. Da es um 19 Uhr Abendessen gab, sind wir gleich vorne geblieben. Temperatur 17-26 Grad, ca. 132 km gefahren.

03.06.17 Um 5:00 Uhr hatten wir unseren Wake-Up Call. Wir haben uns fertig gemacht und gingen ins Restaurant, wo es Kaffee und Muffins gab. Um 6:00 Uhr ging es los zur Leoparden-Tour (680 N$ p.P.). Jeder bekam Wasser und eine Decke, da es sehr kalt war – man sah sogar den Atem in der Luft. Zuerst hatten wir das Signal von zwei männlichen Leoparden, die sich gegenseitig verfolgt haben – da steht wohl ein Kampf ums Territoritum an. Wir haben sie ganz kurz gesehen, aber sie waren zu weit im Dickicht um sie richtig fotografieren zu können. Aus diesem Grund sind wir dann dem Signal eines Weibchens gefolgt, aber wir konnten sie nicht finden. Sie ist wohl auf den Berg hoch gelaufen. Wir sind lange rumgefahren und ich war langsam echt enttäuscht – doch dann haben wir Isaskia mit ihren 2 Jungen (ca. 5 Monate alt) gefunden! Isaskia saß in einer Falle und hat gefressen – da die Jungen aber noch zu klein sind, wird sie nicht eingefangen. Bei ihr funktioniert nämlich das Halsband mit dem Sender nicht mehr, die Batterie ist leer. Aber man hat an der Falle eine Kamera, weshalb wir per Funk informiert wurden. Als sie mit fressen fertig war, ging das männliche Junge hoch zum fressen, das weibliche Junge blieb bei der Mutter. Wir durften recht lange zuschauen, doch irgendwann hat Isaskia gefaucht und wir haben uns zurückgezogen. Super – das hätte ja nicht besser laufen können! 5 Leoparden an einem Tag – Hammer! Ansonsten sahen wir noch Oryxe, Hartebeests, Impalas, Zebras, Steinböcke, Vögel uvm. Um 10:30 Uhr waren wir zurück und bekamen natürlich noch ein richtiges Frühstück. Danach haben wir erstmal ein bischen geschlafen und auf der Terrasse entspannt. Um kurz vor 15:00 Uhr gings zurück ins Restaurant und nach dem Kaffee startete die Africat-Tour. Das ist ähnlich wie bei CCF. Wir bekamen was zur Geschichte erzählt, bekamen die Klinik gezeigt, waren im Ausstellungsraum. Dann ging es ins Gehege, aber auch hier lagen die Geparden alle nur faul herum. Aber es war trotzdem sehr informativ und Gideon, unser Guide, hat es echt super gemacht. Nach einem Sundowner waren wir gegen 17:30 Uhr zurück im Camp. Wir haben geduscht, etwas zusammen geräumt und um 19 Uhr ging es zum Abendessen. Danach haben wir im Zimmer noch Bilder angeschaut und dann geschlafen. Um kurz vor 21 Uhr hatten wir noch ein komisches Geräusch draußen gehört – und tatsächlich – vor unserer großen Scheibe vorm Bett lag eine Warzenschwein-Mama mit ihren 2 Jungen und hat sich zum Schlafen hingelegt! Ich finde die ja so häßlich dass sie schon wieder süß sind 🙂 Temperatur ca. 24 Grad

04.06.17 Der Abreisetag ist da 😦 Wir sind kurz nach 6:00 Uhr aufgewacht – unsere Warzenschweine waren sogar noch da. Etwas später liefen noch Schakale vorbei. Echt toll, wenn man sowas vom Bett aus beobachten kann. Um 8:00 Uhr sind wir zum Frühstück, haben noch im Shop eingekauft, ausgecheckt und um kurz vor 10:00 Uhr sind wir losgefahren. Unterwegs haben wir noch ein paar mal angehalten und fotografiert. Um 12:45 Uhr sind wir in Döbra angekommen, wo die Großtante von meinem Freund begraben liegt. Dann haben wir bei der Elisenheim Gästefarm angehalten und was gegessen und getrunken. Es war sehr voll dort. Mein Freund war dort vor 14 Jahren schon mal und wollte gerne wissen, wie es dort jetzt aussieht. Dann sind wir nach Windhoek gefahren und waren natürlich viel zu früh (gegen 15 Uhr) am Flughafen angekommen. Wir haben das Auto abgegeben und saßen eine Weile im Restaurant rum. Um 17:30 Uhr war der Check-In und wir haben die Zeit im Wartebereich totgeschlagen. Um 19:55 Uhr war Boarding und um 20:35 Uhr ging der Flug SW285 pünktlich nach Frankfurt. Temperatur 24-26 Grad, ca. 292 km gefahren.

05.06.17 Wie immer konnte ich im Flieger nur dösen, ich hab 2 Filme und mehrere Kurzserien angeschaut. Um 07:35 Uhr sind wir in Frankfurt gelandet, es ging ratzfatz durch die Passkontrolle. Dann zur Gepäckausgabe, durch den Zoll und unser Shuttle von Parkfuchs24 war auch schon da. Bereits um 10:15 Uhr waren wir zuhause. Und wurden vom ersten Regen nach 2 Wochen Sonnenschein und 18 Grad begrüßt.

Fazit:

Namibia ist voller geworden seit meinem letzten Besuch 2006. Auch Windhoek ist nicht mehr das verschlafene Provinzstädchen – es wird dominiert von Betonbunkern und Hochhäusern – schade. Auch Swakopmund ist gewachsen, gerade bei Walvis Bay gibt es zig Neubauten. Elisenheim ist inzwischen ein eigener Ort – den gab es vor 14 Jahren auch noch nicht. Trotzdem ist die Nebensaison im Winter sehr ruhig, teilweise hat man auf manchen Straßen kaum Verkehr und stellenweise sieht man ewig kein anderes Auto. Hauptverkehrsstraßen sind dagegen total voll und ein Überholen kaum möglich.

Die Entscheidung, fast überall 2 Nächte zu bleiben war komplett richtig. Lieber weniger anschauen und dafür entspannt alles wahrnehmen können.

Nach nun zwei Besuchen in Namibia und zwei in Südafrika muss ich zugeben, dass mir Südafrika besser gefällt. Trotzdem war es nicht der letzte Besuch in Namibia, es gibt noch einiges zu sehen.

Was mir nicht gefallen hat waren die Sprüche von manchen Farmbesitzern: „Seit Schwarze im Etoscha kochen, werden alle krank….“ oder „seit Schwarze Auto fahren, gibt es viel mehr Unfälle….“

Insgesamt sind wir ca. 3585 km gefahren.

Hier unsere Route:

Bitte auf ein Bild klicken, dann öffnet sich die Galerie:

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